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FRAUENCAFÉ MEETS PING PONG #2

Aktualisiert: 20. Nov 2019

Jeden Donnerstag um 14 Uhr öffnet das Frauencafé, in der Gebietsbetreuung (GB*) am Max-Winter-Platz, seine Türen und bietet einen Ort zum Austausch für Frauen von jung bis alt. Wir durften beim Themennachmittag „Fotos erzählen“ live dabei sein und haben, das Herzensprojekt von Corona Davit-Gsteu und ihrer Kollegin Saloumeh Tosun im 2. Bezirk besucht. Das Café bietet eine offene Begegnungszone für Frauen von Frauen, egal in welcher Lebenssituation oder aus welchem Bezirk – jede ist willkommen.


Heute sind es acht Teilnehmerinnen – alle haben ein Foto dabei, das ihnen besonders viel bedeutet und sie den anderen kurz vorstellen möchten. Sandrina hat für uns nicht nur einen köstlichen selbstgebackenen Schokokuchen mitgebracht, sondern auch das Fotoalbum ihrer verstorbenen Hündin Mila. Rosa zeigt uns ein Panorama, das sie jeden Tag von ihrer Terrasse aus genießen darf – hinter der grünen Parklandschaft des 20. Bezirks eröffnet sich ein Blick auf die Wiener Weinberge bis nach Nußdorf. Neben Tier- und Landschaftsfotografie werden auch Erinnerungen geteilt, die auf Reisefotos festgehalten worden sind: Chichén Itzá ist eine der berühmtesten Pyramidenstätten Mexikos. Eine der Teilnehmerinnen präsentiert uns stolz, dass sie vor über zehn Jahren die Chance hatte eine dieser Pyramiden – Kukulcán – zu besteigen, bevor dies verboten wurde. Es hat sie große Überwindung gekostet, erzählt sie, ihre Höhenangst zu bekämpfen, um die Spitze über 365 Stufen zu erreichen.


Bevor wir im Anschluss in den Ausstellungsräumen des Kaeshmaesh die Bildfolge der beiden Künstlerinnen Margarita Keller und Agnes Prammer analysieren, spricht Dunia über einen einschneidenden Moment in ihrem Leben. Ganz besonders berührt die Runde die Offenheit, mit der sie uns ihre Lebensgeschichte anvertraut, die sich anhand von nur einem Foto entspinnt:


Dunia erzählt über ihre Jugend und den Jugoslawien-Krieg, der sie zu einer Flucht von Serbien nach Österreich gezwungen hat. Kurz bevor sie mit 22 Jahren einen völligen Neustart in Australien wagen möchte erfährt sie, dass sie schwanger ist. Dabei zeigt sie uns überglücklich das Bild vom ersten Weihnachtsfest mit ihrer Tochter – „sie ist das beste was mir je passiert ist“. Denn sie ist der Grund, warum Dunia schlussendlich doch Wienerin geworden ist. Viele spätere Schicksalsschläge in ihrem Leben; vom Verlust der großen Liebe bis hin zu Existenzängsten einer alleinerziehenden Mutter mit drei Kindern; haben sie zu einer sehr starken Frau gemacht. Heute, mit über siebzig Jahren und voller Lebensfreude, macht sie uns allen bewusst, was man mit großer Willenskraft und bedingungsloser Liebe alles erreichen kann.





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